Sonntag Sep 05

Wollmarshöhe - Rocky-Wochenende II

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MS on the rocks - on tour 2010

Leben ist Bewegung – Aktiv mit MS“

Vom 30. April – 02. Mai sowie 21. – 23. Mai 2010 nahmen die beiden Studiengruppen aus den Jahren 2005 und 2009 beim Kuratorium für Prävention und Rehabilitation der TU München zur Untersuchung der Wirkung von therapeutischem Klettern auf die Lebensqualität und –aktivität von MS-Betroffenen auf Einladung der Pharmafirmen Sanofi-Aventis Deutschland und Teva-Pharma GmbH an Seminaren „Leben ist Bewegung – Aktiv mit MS“ auf der „Wollmarshöhe“ über dem Bodensee im Landkreis Ravensburg teil. Im gleichnamigen, in der Gemeinde Bodnegg gelegenen privaten Fachkrankenhaus für psychosomatische und innere Medizin, erwartete die Teilnehmer zuerst ein abendlicher Mundharmonikakurs. Der Musiker René Giessen berichtete über die Historie des Instruments und erklärte die Lautlagen ihrer Pfeifenkanäle. So angeleitet wurde das Spielen einschlägiger Stücke wie „Alle meine Entchen“ und „Bruder Jakob“ sehr schnell erlernbar. Gleichsam nebenbei optimierten die Teilnehmer mit einer konzentrierten Atemarbeit beim Spielen eine genügende Sauerstoffversorgung auch des Gehirns.

In seinem Einführungsvortrag am Samstag stellte der ärztliche Direktor der Klinik, Herr Prof. Dr. Mehl das neurobiologische Grundverständnis der Systemkonzeption Mensch sowie das Selbstmanagement und die Selbsthilfe von mit chronischen Erkrankungen Betroffenen vor.

Im Anschluss referierte der Nervenarzt Herr PD Dr. Mertin über die Plastizität des zentralen Nervensystems, also der Anpassungs- und Erneuerungsfähigkeit des Nervengewebes nach entstandenen Defekten durch z.B. Schädel-Hirn-Traumen oder Entzündungen.

Der Nachmittag des zweiten Seminartages stand dann für die Workshops „Intuitives Bogenschießen“, „Hochseilgarten“ und „Mental Excellence“ zur Verfügung. Bei den ersten beiden handelt es sich um in der Klinik angewandte psychophysische Therapieverfahren, wobei vor allem im Hochseilgarten die Erfahrung des Balancierens in der Luft, (allerdings wegen einer reichen Bewaldung ohne direkte Sicht auf das schwäbische Meer ) und der Abstieg durch Sprung in das Sicherungsseil allseits großen Eindruck hinterließ. Im dritten Workshop wurden psychologische Testverfahren zur Erkennung kognitiver Einschränkungen vorgestellt.

 

Nach einer weiteren Atemübung mit Hilfe eines Baumarktersatzes für das australische Didgeridoo fiel die Abschlussreflexion des Seminars am letzten Morgen, wie nicht anders zu erwarten, uneingeschränkt positiv aus und es wurde dem ebenfalls anwesenden Repräsentanten der Sponsoren, Herrn Schmidt, herzlich gedankt und ein weiteres in Kontakt bleiben verabredet.

Dr. Martin Socher